Es ist wieder Tag, die Sonne steht noch tief am Himmel. Ich packe meine Sachen und lege mir das noch immer blutige Ochsenfell um die Schultern. Das Horn werde ich ebenfalls behalten, als Andenken, falls ich jemals dieser weißen Ödniss entkomme.

Ich erinnere mich an den Anfang meiner Reise, als Thralin mir sagte, dass es in fernen Ländern unzählige fremder, bösartiger und gutartiger, großer und kleiner, wilder und zivilisierter, kriechender und aufrecht schreitender Kreaturen gibt, doch das, was da vor mir im Schnee auftaucht, spottet jeder Beschreibung. Klein und haarig, mit spitzen Klauen an den Pfoten und einer länglichen Schnauze kauert das Wesen im Schnee und reißt an einem Stück Fleisch herum; Blut spritzt durch den Schnee und das Knacken der Knochen hallt zwischen den Felsen. Die kreatur scheint so versessen auf ihr Beute zu sein, dass ich mich unbemerkt an ihr vorbeischleichen kann.
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Tags: Dargalin, Dargalor, Edhelion, Eisenberge, Ered Luin, Ezellohar, Höhlenklaue, Isdi, Laurelin, Thorins Hallen, Thralin, Valmar, Varda
Erstellt in Der Herr der Ringe Online
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Die Nacht war trotz des Feuers bitterkalt. Fiese Träume gruben sich in meinen Verstand, als wollten sie mich nicht nur um den Schlaf bringen.
Vergesst niemals, dass sich ein Zwerg von meinem Bau vor nichts und niemandem zu fürchten hat! Vergesst das niemals! Aber ohne meine Axt und ohne meine Rüstung bin auch ich verwundbar. Niemals hätte der Troll meine geliebte Eisenschnitt zerschmettern dürfen. Doch nun steht er dort nutzlos und starr und die Axt meines Vaters Dargalor liegt zerbrochen unter seinen steinernen Sohlen. Fast 230 Jahre trieb er mit ihr Kerben in so manches Unhold Knochen und nicht wenige Male rettete sie auch mir schon das Leben. Wenn ihre Scheide durch die Luft sauste, dann klangen hunderte Kriegslieder mit ihr.
Doch heute sichere ich mir mein Überleben mit bloßen Fäusten. In derNacht hörte ich ein Tier nicht weit entfernt schnaufen und wenn mich meine schäbigen Ohren nicht vollends im Stich lassen, dann klang es wie der vertraute Ruf eines Auerochsen. Ich schnüre meine durchnäßten Stiefel und laufe in Richtung der nächtlichen Geräusche. Hinter einem Beerenstrauch sehe ich ein kleines, mit langen Hörnern bestücktes Tier. Wahrlich, ein Auerochse, noch jung und unerfahren scheint er mir, doch stellt er bereits eine außerordentliche Gefahr dar. Viele übermütige Zwerge mussten in meiner Heimat schon so manche Prügel von einem jungen Auerochsen einstecken.
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Bei Dáins Bart, diese Gegend ist so kalt und schroff wie meine Heimat. Viele Male zogen das Licht des Tages und der Schein der Nacht an mir vorbei. Viele einsame Straßen zogen unter meinen alten Sohlen dahin, regnerische Tage wurden viel zu oft in stickigen Unterschlüpfen verrbacht, zu oft musste ich mich nicht nur des Wetters erwehren, sondern wilde Tiere in die Flucht schlagen, den Schmerz des Hungers erdulden und die Last meiner Ausrüstung ertragen, doch nirgends war es so bitter kalt wie hier.

Der Wind peitscht mir immer wieder ins Gesicht und meine ohnehinausgetrocknete Haut reißt tiefe Narben in meinem Gesicht. Seit meiner Begegnung mit dem Troll habe ich nichts mehr gegessen; meine Vorräte blieben in der Mine zurück und sie zu holen, wäre reiner Selbstmord – ein ehrloser Tod. Das hilflose, ausgezerte Opfer eines weiteren Steintrolls oder blind hinabgestürzt in einen der tiefen Stollen, für immer begraben.
Ich konnte am Morgen ein vereistes Bächlein nur wenige Schritte entfernt entdecken und die noch recht dünne Eisschicht mit einem Stein aufschlagen, so dass mir wenigstens der Tod mit einer trockenen Kehle erspart bleibt. Das Wasser stach in der Brust und lies die Wärme auch von innen weichen. Quell des Lebens nennen sie es, ich verfluche es! So kalt und rein ist das kein Gesöff! Ach, wie klingen mir da die Trinklieder meiner alten Gefährten aus den Eisenbergen in den Ohren:
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Ein greller Lichtstrahl blendet mich, als ich versuche meine Augen zu öffnen. Was ist geschehen? Wo bin ich hier? Die Fragen schießen mir nur so durch den Kopf und verursachen dabei ein Hämmern, das mir bis in die Zehen fährt. “Dargalin”, flüstere ich. Das Sprechen fällt mir schwer. Nur noch etwas ruhen, die alten Knochen sollen sich strecken, die ledrige Haut an Spannung gewinnen, die Muskelstränge neue Kraft schöpfen – das Pochen im Schädel soll Ruhe geben!
Minuten vergehen und ich spüre, wie der Körper sich dem Geist fügt. Endlich kann ich mich aufrichten und mich umblicken. Ein greller Lichtstrahl trifft auf meine grauen Augen und blendet mich. Ich habe nie verstanden, wie es die anderen Völker ständig in diesem gleisenden Schein aushalten können – die Tiefen sind mein zu Hause. Ein erneuter, heftiger Schmerz durchfährt meinen Schädel und wirft mich auf alle Viere. Die Tiefen, das Gebirge, die Minen, die … anderen! Die anderen Zwerge!
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