von Dargalin on Juni 24th, 2009

Die Nacht war trotz des Feuers bitterkalt. Fiese Träume gruben sich in meinen Verstand, als wollten sie mich nicht nur um den Schlaf bringen.

Vergesst niemals, dass sich ein Zwerg von meinem Bau vor nichts und niemandem zu fürchten hat! Vergesst das niemals! Aber ohne meine Axt und ohne meine Rüstung bin auch ich verwundbar. Niemals hätte der Troll meine geliebte zerschmettern dürfen. Doch nun steht er dort nutzlos und starr und die Axt meines Vaters liegt zerbrochen unter seinen steinernen Sohlen. Fast 230 Jahre trieb er mit ihr Kerben in so manches Unhold Knochen und nicht wenige Male rettete sie auch mir schon das Leben. Wenn ihre Scheide durch die Luft sauste, dann klangen hunderte Kriegslieder mit ihr.

news_img_0004Doch heute sichere ich mir mein Überleben mit bloßen Fäusten. In derNacht hörte ich ein Tier nicht weit entfernt schnaufen und wenn mich meine schäbigen Ohren nicht vollends im Stich lassen, dann klang es wie der vertraute Ruf eines Auerochsen. Ich schnüre meine durchnäßten Stiefel und laufe in Richtung der nächtlichen Geräusche. Hinter einem Beerenstrauch sehe ich ein kleines, mit langen Hörnern bestücktes Tier. Wahrlich, ein , noch jung und unerfahren scheint er mir, doch stellt er bereits eine außerordentliche Gefahr dar. Viele übermütige Zwerge mussten in meiner Heimat schon so manche Prügel von einem jungen Auerochsen einstecken.

Dieser hier labt sich an den kleinen roten Beeren des Strauches. Vorsichtig schleiche ich mich heran und schätze die Lage ein: ein schneller Angriff von der Seite wird das Beste sein; dort ist er ungeschützt und kann nicht mit seinen starken Hinterläufen nach mir treten. Solange ich den Hörnern ausweichen kann und seinen Kehlkopf mit einem mächtigen Hieb erwische, ist mir ein Sieg gewiss. Der Kampf dauert nur wenige Sekunden. Röchelnd geht das Tier zu Boden und schlägt dabei wild mit seinen Hinterläufen aus; doch es erwischt mich nicht. Trotz meines geschwächten Zustandes reagiere ich blitzschnell und warte nach dem ausgeführten Schlag außerhalb der Reichweite des verendenden Lebens.

Ein spitzer Stein soll mir zum Ausweiden der Leiche dienen. Das Fleisch wird herrlich über dem Feuer schmoren und das noch recht weiche Fell wird die sich anbahnende Nacht erleichtern. Morgen werde ich mit dem Abstieg vom Berg beginnen. Doch heute soll ein Festtag werden.

One Response to “Auerochsen!”

  1. Reinigunfsfirma Hamburg Says:

    Wo hast du die Infos her?

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