von Dargalin on Juni 29th, 2009

Es ist wieder Tag, die Sonne steht noch tief am Himmel. Ich packe meine Sachen und lege mir das noch immer blutige Ochsenfell um die Schultern. Das Horn werde ich ebenfalls behalten, als Andenken, falls ich jemals dieser weißen Ödniss entkomme.

Höhlenklaue

Ich erinnere mich an den Anfang meiner Reise, als mir sagte, dass es in fernen Ländern unzählige fremder, bösartiger und gutartiger, großer und kleiner, wilder und zivilisierter, kriechender und aufrecht schreitender Kreaturen gibt, doch das, was da vor mir im Schnee auftaucht, spottet jeder Beschreibung. Klein und haarig, mit spitzen Klauen an den Pfoten und einer länglichen Schnauze kauert das Wesen im Schnee und reißt an einem Stück Fleisch herum; Blut spritzt durch den Schnee und das Knacken der Knochen hallt zwischen den Felsen. Die kreatur scheint so versessen auf ihr Beute zu sein, dass ich mich unbemerkt an ihr vorbeischleichen kann.

Die Sonne, s Geschenk,  erhellt heute besonders den Tag – schon mein Vater erzählte mir von der Entstehung dieser hellen Scheibe:

war  der jüngere der Zwei Bäume von Valinor auf dem Hügel in . Seine Blätter waren von frischem Grün wie die einer knospenden Buche, an den Rändern golden schimmernd, die Blüten feuriggelb, in Büscheln, deren jedes wie ein glühendes Horn geformt war, aus dem ein goldener Regen zu Boden fiel. Aus einer Frucht Laurelins machte die Sonne.”

Für einige Stunden streife ich durch die weiße Leere, gestärkt vom Fleisch des Ochsen und zwergischer Zuversicht gelingt mir der Abstieg ohne Mühe. Immer wieder höre ich die Schreie weit entfernter Tiere; bevor der Abend anbricht, werde ich mir etwas Proviant erlegen müssen – doch diese Höhlenkreaturen werde ich nicht anrühren, ihr Gestank wird gewiss auch im Fleisch hängen und selbst der alte hätte sich diese Brocken nicht herunter gewürgt.

Isdi In der Ferne sehe ich von Händen errichtete Bauwerke, es scheint Leben in dieser Gegen zu existieren. Doch je näher ich komme, desto verfallener wirken die Wände und Mauern. Meine Schritte werden schneller, die Aussicht auf Leben und viel mehr noch einen frischen Humpen Bier spornt mich an, ich beginne zu rennen. Die Dächer der Ruinen leuchten golden in der Sonne, es erinnert mich an bauten, die ich vor langer Zeit sah – belebt von hochgewachsenen Wesen, den Elben.

Zu meiner Verwunderung taucht eine dieser Langohren direkt vor mir auf. Als ob sie auf mich gewartet hätte, sieht sie mir entgegen. Ich werde nie verstehen, wozu solch eine Statur gedacht sein soll – ständig muss man sich in den Stollen an den Decken stoßen, die Kleidung einer Elbe würde für 2 kleingewachsene Zwerge reichen und niemand kann erzählen, dass der Schutz mit einem Schild im Kampf auf so riesigen Wesen ausreichend sein kann. Niemals werde ich es verstehen. Als ich mich ihr nähere verbeugt sie sich vor mir: “Willkommen Herr Zwerg, seid gegrüßt.” Ich verneige mich ebenfalls, der reinen Höflichkeit halber und weil diese Elbe vielleicht meine Rettung in dieser weißen Wüste ist. “Ihr seht nicht so aus, als ob ihr aus den stammen würdet”, spricht sie weiter, “und eure Haut ist dunkler als die der mir bekannten und kein Zwerg aus würde sich allein, lediglich mit einem Ochsenfell beworfen, in die Nähe s wagen.” – “Die ?”, platzt es aus mir heraus, “Ich hab es wirklich geschafft, die Strapazen der Reise waren nicht umsonst.”

Mit einem zufriedenen Lächeln reiche ich der Elbe meine zitternde Hand: “Ihr überbringt mir eine frohe Botschaft, Elbin.” – “” – “, seid euch des Dankes s, s Sohn, aus den n auf Ewig gewiss.”

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