von Dargalin on Juni 19th, 2009

Bei Dáins Bart, diese Gegend ist so kalt und schroff wie meine Heimat. Viele Male zogen das Licht des Tages und der Schein der Nacht an mir vorbei. Viele einsame Straßen zogen unter meinen alten Sohlen dahin, regnerische Tage wurden viel zu oft in stickigen Unterschlüpfen verrbacht, zu oft musste ich mich nicht nur des Wetters erwehren, sondern wilde Tiere in die Flucht schlagen, den Schmerz des Hungers erdulden und die Last meiner Ausrüstung ertragen, doch nirgends war es so bitter kalt wie hier.

Kalte Nächte

Der Wind peitscht mir immer wieder ins Gesicht und meine ohnehinausgetrocknete Haut reißt tiefe Narben in meinem Gesicht. Seit meiner Begegnung mit dem Troll habe ich nichts mehr gegessen; meine Vorräte blieben in der Mine zurück und sie zu holen, wäre reiner Selbstmord – ein ehrloser Tod. Das hilflose, ausgezerte Opfer eines weiteren Steintrolls oder blind hinabgestürzt in einen der tiefen Stollen, für immer begraben.

Ich konnte am Morgen ein vereistes Bächlein nur wenige Schritte entfernt entdecken und die noch recht dünne Eisschicht mit einem Stein aufschlagen, so dass mir wenigstens der Tod mit einer trockenen Kehle erspart bleibt. Das Wasser stach in der Brust und lies die Wärme auch von innen weichen. Quell des Lebens nennen sie es, ich verfluche es! So kalt und rein ist das kein Gesöff! Ach, wie klingen mir da die Trinklieder meiner alten Gefährten aus den n in den Ohren:

“Hoch die Becher, fließt das Bier, schickt den Wirt direkt zu mir!

Die Nacht ist jung, die Arbeit getan, hoch die Becher, wir sind noch zahm!

Trink aus mein Freund, es wird schon spät, jetzt kommt ‘n Humpen süßer Met!

Der Wirt bläst schon zur letzten Stunde, doch  woll’n wir noch ‘ne volle Runde!

Mein Freund so müde und betrunken, kippt sogleich bis ganz nach unten.

Was sucht er auf dem Boden Flusen,da schnapp ich mir der Schankmaid Busen!”

Nur ein fitter Zwerg ist ein ganzer Zwerg!Doch was bringt es hier allein zu sitzen und zu trauern? Die Muskeln müssen gestärkt werden; die Kräfte dürfen nicht schwinden! Ein Zwerg ist nur ein halber Zwerg, wenn er sich seine Mahlzeit nicht verdient. Im Schatten einer alten Tanne trainierte ich, bis die Sonne am höchsten Stand. Schweiß lief mir über Gesicht und Körper und gefror sogleich. Die Anstrengung vermochte mich nicht weiter zu wärmen und so suchte ich mir trockene Zweige und Äste, um mir ein heimeliches Feuer zu entfachen. Nur wenig Herumliegendes lies sich  wirklich verwenden, da es hier draußen schon seit Tagen schneien musste. Mein Feuerstein hatte meine Flucht aus der Mine heil überstanden und so lodert nun dieses Feuerchen vor mir.

Nun sitze ich hier wie vor wenigen Monaten am Fuße des , dem einsamen Berg. Mein alter Freund begleitete mich zu diesem Zeitpunkt noch. Wir zogen aus gen Westen, die Tiefen des dürsteten wir zu erkunden, nachdem unser alter Stollen kaum noch Eisen gab. sagte immer: “, wenn dieser riesige Zinken im meinem Gesicht eins kann, dann Eisen riechen! Ich finde dir jede noch so kleine Eisenader selbst im Gestank von tausend en!” Und ich wusste, dass ich ihm vertrauen konnte, denn sein Riecher hatte uns noch nie enttäuscht und so waren wir stets unser Auskommen und waren angesehene Zwerge in unseren Hallen.

Doch diesmal sollte sich alles ändern.

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