Ich berichte Fürst Dwalin vom Handel zwischen den Grimmhand-Zwergen und dem Hexer Marrec und, dass Elrohir bereits zur vermuteten Grabstätte des Grimmhand-Verräters Skorgrím aufgebrochen ist.
Nach hastigen Beratungsgesprächen breche ich zusammen mit Fürst Dwalin zu den verlassen geglaubten Grimmhand-Ruinen auf. Bewaffnet mit seiner Kriegsaxt sieht der Herrscher über Thorins Hallen wieder wie einer der großen Krieger des Zwergenreiches, welche bei der Schlacht der Fünf Heere Seite an Seite mit Thorin Eichenschild und Dáin Eisenfuß gegen die Ork-Armeen kämpfte, aus.
Wir nähern uns dem Eingang der Grimmhand-Gruft, vor kurzem müssen hier Leute vorbeigekommen sein, die Fußspuren im Schnee sind frisch, der Schutt vor dem Eingang ist beseite geschoben, das Siegel wurde gebrochen, die jahrhunderte alten Steintore stehen offen.
Wir betreten die Vorhalle, sie Luft ist stickig. Mit einer Fackel in der Hand leuchte ich uns den Weg. Zielgerichtet führt uns Dwalin ins Innere der Gruft. Diese Hallen waren auf Ewigkeiten verlassen, doch jetzt hallen die Schreie der Grimmhands von den Wänden, das Klirren der Rüstungen schallt durch die Luft.
Als wir den Fuß einer großen Treppe erreichen, werden wir bereits erwartet – Gromr Grimmhand versperrt uns zusammen mit einer handvoll Bilwiss-Kriegern den Weg. “Ahh”, spöttelnd richtet er das Wort an uns,”ihr seid gekommen, um den Elben zu befreien! Doch wird dieses Grab zu dem seinen werden. Der Meister kehrt zurück und wird ein Opfer fordern.” Sie haben Elrohir gefangen genommen und all unsere Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten: Skorgríms Leichnam soll zurück in das Reich der Lebenden geholt werden.
Die Bilwiss-Krieger stürzen sich auf uns, als Gromr es ihnen befiehlt. Den ersten schnellen Schlägen weiche ich aus, während Dwalin mit einem mächtigen Hieb den Schädel eines Kriegers spaltet. Mit meinem Knüppel parriere ich weitere Schläge, weiche einem zweiten Bilwiss geschickt aus, der mich von hinten zu übermannen versuchte. Einem weiteren Schlag verfehlt mich um Haaresbreite, als ich mich unter ihm hinwegducke, doch stolpere ich dabei über den Schutt, der den ganzen Kampfschauplatz bedeckt. In der Ecke liegend versuche ich mich dem Zusetzen der beiden Bilwisse zu erwehren. Meine Kräft schwinden, die Attacken sind unkontrolliert, aber stark. Zu meinem Glück ist es Dwalin bereits gelungen, seine Angreifer in die Flucht zu schlagen, so dass er im letzten Moment zu meiner Hilfe eilt: die Leichen der Angreifer zucken kopflos zu Boden. Als ich wieder auf die Beine komme, sehe ich die blutverschmierte Rüstung Gromr Grimmhands unter den Opfern, der Verräter schien für den Fürsten keine Gefahr dargestellt zu haben. “Gut gekämpft, Junge, doch fehlt dir noch einiges an Erfahrung. Los, lass uns den Elben suchen, wir dürfen nicht zulassen, dass neue Zwietracht zwischen den Völkern der Langbärte und Langohren gesäht wird.”, mit diesen Worten treibt mich Dwalin weiter in das Labyrinth aus Treppen und dunklen Gängen.
Wir nähern uns der großen Begräbnishalle, dunkle Worte der Macht dringen an unsere Ohren, die Zeremonie scheint ihrem Höhepunkt entgegen zu steuern. Zusammen überqueren wir die letzte Brücke vor der Grabstätte, als die Erde erbebt. Steine fallen von der Decke, Staub rieselt auf uns herab, der Boden reißt unter uns auf. Völlige Dunkelheit umgibt uns, eine beängstigende Stille erfüllt die Halle, als wir die Treppe zum Sargopharg hinaufsteigen, erfüllt sich mein Herz mit einer Schwere, die ich schon ewig nicht mehr spürte.
Was meine Augen dort ertragen müssen, spottet jeder Vernunft – Die Natur wurde überlistet. Wir werden von einer Gruppe erwartet, welche schrecklicher kaum anmuten kann: Marrec der Hexenmeister, Ivar Bluthand und der gefallene Skorgrím Grimmhand. Mit einem höhnenden Lachen richtet er das Wort an Dwalin: “Ihr kommt zu spät, Zwergenfürst. Meine Diener haben das unvorstellbare vollbracht, ich wandele wieder unter den Lebenden. Und diese Hallen sollen zu eurem Grab werden!” Der alte König flüstert mit zu: “Du befreist den Elben, während ich die Schergen aufhalten werden, wir dürfen nicht zulassen, dass sie ungestraft davonkommen.” In dieser Sekunde öffnet sich ein Portal im hinteren Teil der Grabstätte und Skorgrím sowie der furchteinfloßende Ivar Bluthand wenden sich zum Gehen. “Marrec, du trägst Sorge dafür, dass diese Narren die Gruft nicht wieder verlassen werden, der Elb wird uns als Opfer dienen.”, befiehlt der Zwergenverräter, bevor er wie von Geisterhand im Portal verschwindet.
Unbemerkt kann ich Elrohir befreien, da sich Marrec vollkommen auf Dwalin konzentriert. Dunkle Magie schwirrt durch die Hallen, gewaltige Kräfte verdunkeln das Herz. Als ich die Fesseln Erohirs löse, sehe ich, wie der Zwergenfürst zu Boden geht. Unter gewaltigen Schmerzen krümmt sich sein Körper, das Gesicht ist schmerzverzerrt. Doch dies soll nicht sein Ende sein, ich greife mir seine Kriegsaxt und mit einem mächtigen Hieb mache ich dem vor Wut und Machtgier blinden Hexer ein jähes Ende.
Erschöpft sinke ich neben dem Elben zu Boden, wir konnten den Unheilvollen nicht aufhalten, aber das Schlimmste verhindern: der Elb lebt!

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