von Dargalin on August 27th, 2009

Ich erwache aus unruhigem Schlaf, das Feuer ist verloschen, der Morgen wirkt klarer als die bisherigen Tage – ein Lächeln huscht über mein Gesicht.

ThralinIch reibe den Schlaf der Nacht aus meinen Augen, die Knochen sind trotz des wärmenden Bärenfells, mit dem ich mich zudeckte, ganz starr. In wenigen Augenblicken werde ich wohl auf sein und mich um ein Frühstück kümmern. Ich komme auf die Beine, leicht schwankend blicke ich mich um, unzählige Fußspuren sind im feuchten Boden unseres Nachtlagers zu sehen, doch von meinem Freund ist weit und breit keine Spur. Erschrocken suche ich die Umgebung ab, immer wieder rufe ich seinen Namen: “! , alter Thor, wo versteckst du dich?” Minuten der Unruhe vergehen, ich durchsuche sein Feldlager, die Ausrüstung ist noch da, sein Bärenfell jedoch kalt und unbenutzt. Ich entschließe mich den Spuren im Erdboden zu folgen, doch sammele ich vorher unsere Habseligkeiten zusammen; beladen wie ein Packesel mache ich mich auf die Suche.

Die morgendliche Feuchte lässt mich die frischen Spuren deutlich im Moos sehen. Ich gehe tiefer in den Wald, die Wipfel der Bäume lassen kaum Morgensonne auf den Boden dringen, die Stille ist bedrückend, die Tiere scheinen noch zu schlafen. So wandele ich durch das unbekannte Land und versuche die Fährte nicht zu verlieren; die Zeit vergeht, Schweiß steht auf meiner Stirn, das Gewicht der Ausrüstung drückt schwer auf meine Beine. Vor mir tut sich eine kleine Lichtung auf, gleißendes Licht fällt auf das hohe Gras; auf der anderen Seite sehe ich einen großen Berghang, festes Gestein scheint aus einem grünen Meer zu wachsen und bildet die ersten Ausläufer des .

Nicht unweit des Ausläufers sehe ich etwas kleines Rundes im Sonnenschein liegen; ich nähere mich dem Bündel, es rührt sich nicht. Nur wenige Schritte entfernt erkenne ich den Umhang meines Gefährten, ich lasse die Ausrüstung von mir fallen und stürme auf zu, falle auf meine Knie und rüttele an diesem zusammengekauerten Haufen. Als er sich nicht regt, schreie ich verzweifelt seinen Namen – alles Rütteln will nichts helfen. Ich eile zu meinem Rucksack zurück; an der Seite hängt ein einfacher Lederschlauch, mit zitternden Fingern reiße ich ihn von den Schnüren und bin schon wieder über dem Körper meines reglosen Freundes.

Ich drehe ihn auf den Rücken – sein Gesicht ist schmutzverschmiert, seine ganze Kleidung durchnäßt – ich tropfe ein paar dicke Tropfen der hellgrünen Flüssigkeit in seinen Mundwinkel. Nur  wenige Augenblicke später schlägt die Augen auf. Wirr blickt er sich um; von der Sonne geblendet sieht er das ihm bekannte Gesicht nur schwer: “, Freund, was ist … geschehen?” – “Schhh, spar dir deine Kräfte. Der Trunk muss seine volle Kraft erst noch entfalten. In kurzer Zeit wirst du wieder wohl auf sein.” Wir sitzen weiter am Fuße des Berges, beschienen von der nun hoch stehenden Mittagssonne. Was hat hier gesucht? Und warum ließ er alles bis auf seine Schürferaxt zurück?

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