Google optimieren, optimieren!
Bah, wer hätte gedacht, dass man das Schreiben eines Artikels unnötig verkomplizieren kann? Ist es nicht schlimm genug, dass man ständig unter Zeitdruck steht und somit in einem Rekordtempo Informationen zusammenklauben muss, nur um diese möglichst frisch verpackt an seine Leser weiterzuvermitteln? Versteht mich hier nicht falsch, das recherchieren macht durchaus Spaß, schließlich sucht man sich den Beruf nicht auf gut Glück aus: Das generelle Interesse für Computer- und Onlinespiele ist also da.Hat man es erst einmal geschafft die wirklich wichtigen Fakten zu finden, werden diese im Köpfchen brav geordnet, gekürzt und anschließend niedergeschrieben. Nett aufgemacht: Man will ja auch unterhalten.
Zurück zum Thema: Für Google OPTIMIEREN!
Wie kann man diesen Lesespaß möglichst effizient sabotieren? Richtig, man optimiert für Google. Google – findigen Internetnutzern als allwissende Datenbank weltumspannender Netzwerke bekannt – für weniger ernsten Zeitgenossen als „Ich geb’ da jetzt mal Möpse ein, hihihi.“ dienend – hat die durchaus positive Eigenschaft, dass man wirklich jeden Mist, der über die Jahre im Internet verbreitet wurde, wiederfinden kann. Dabei erfolgt die Auflistung der Suchergebnisse nach ganz bestimmten Parametern:
- Wie eng ist der Suchbegriff mit der Seite verknüpft?
- Wie aktuell ist die Seite im allgemeinen?
- Wie viele Querverweise (Links) gibt es auf dieser Seite?
- Wie stark ist die Seite frequentiert?
- Wann kommen die Informationen?
- Verweist die Seite einfach nur auf eine andere?
- Schlagwörter! Ich will treffende Schlagwörter
So, nun gilt es eine News oder einen Beitrag dahingehend zu optimieren, dass Google ihn als möglichst wertvoll erachtet. Das klingt in erster Linie logisch, da dadurch wesentlich Informationen schneller respektive zutreffender gefunden werden können.
Wo ist also der Haken an der Sache?
Der Stil leidet! Man kann nicht mehr formulieren, wie man möchte. Satzkonstruktionen werden verworfen, Nennungen bestimmter Schlagwörter müssen möglichst oft möglichst zeitig im Text verwendet werden. Absätze können nicht wie gewollt gesetzt werden, damit Google den Text nicht als zu zerklüftet wahrnimmt. Wtf, Absätze sind zum strukturieren da! Die permanente Aufführung der beschriebenen Artikelgegenstände (in meinem Fall häufig Onlinespiele) trübt zudem das Lesevergnügen. Warum sollte ich einen Namen, der bereits in der Überschrift vorhanden ist, noch einmal in der zweiten Titelzeile einbauen und warum muss dieser anschließend noch im ersten Absatz möglichst häufig auftauchen? Richtig, damit Google Relevanz feststellen kann. Bahh, ich hasse es. Texte klingen mehr nach Werbebotschaften oder Informationslieferanten für besonders hirnrissige Nerds: Kauf xXx! Übrigens, es geht noch immer um xXx! Mehr zu xXx in unserem xXx-Spezial auf unserer xXx-Spezial-xXx-Seite!
Einen Vorwurf darf man den leitenden Auftraggebern in Form der Chefredakteure an dieser Stelle nicht machen, denn sie wollen lediglich das, was alle Onlineschreiber möchten: Relevanz und somit möglichst hohe Platzierungen bei Google-Suchergebnissen.
Darüber hinaus hat man bei Google auch ein paar wirklich gute Forderungen: Kein Mensch braucht den x-ten Verweis mit der treffenden Bezeichnung: „hier klicken“ oder Mehr Infos findet Ihr „hier“. Das hilft niemanden und außerdem klingt es wesentlich angenehmer, wenn man seine Sätze so strukturiert, dass der Verweis auf eine Nennung des Ziels gesetzt werden kann.
Bsp.: Dort findet Ihr unseren ausführlichen Erfahrungsbericht zu xXx.
So zieht sich ein ganzer Arbeitstag in die Länge, während man wie üblich Informationen sichtet, zusammenträgt, schreibt, formuliert und neuerdings zusammenstreicht und umstellt, damit sie den Kriterien einer Softwaresuchmaschine entsprechen. Voll subba so was!
p.s. Was Fetten ist, kommt irgendwann dran. Das kann nämlich ebenso nerven!


8. November 2009 - 14:13
Ach ja die gute alte Google-Problematik. Also Benny immer schön dran denken WoW in jedem Satz zu benutzen. Das gibt PI’s!
Auf den Beitrag mit Fettungen in Artikeln freue ich mich schon. Denk aber bitte auch an die Bildergalerien und die vorgeschalteten Zwangs-News zu jedem ach so wichtigen Guide.