HdRO: Scharmützel-Preview
Kommen wir heute zum Scharmützel-System der Herr der Ringe Online Erweiterung. Diese werden neben dem Düsterwald-Gebiet, der Stufenerhöhung auf 65 und den neuen Instanzen das Haupt-Feature bilden.
Die mittlerweile siebenteilige Serie auf der offiziellen HdRO-Webseite vom Entwickler mit dem wohlklingenden Namen “Zombie Columbus” begleitet uns alle jetzt schon seit mehreren Wochen und wurde nun hoffentlich? zum endgültigen Abschluss gebracht. Danksagungen kommen doch am Ende? Dann sollten wir wirklich mit dem Thema durch sein. Da sieben Teile einen unglaublichen Inhalt zusammengetragen haben, werde ich die selbstverständlich nicht alle wiedergeben, sondern mich auf deren non-redundanten Momente besinnen. So wirklich kompliziert ist das ganze System nämlich gar nicht.
“Männer, wir sind im Krieg!” – Die Story-Grundlage der Scharmützel und deren Zugänglichkeit
Die Scharmützel dienen neben der Beschäftigungstherapie in erste Linie der Story-Erweiterung. Die knappen Leckerbissen, die jeder HdRO-Spieler zwischendurch genießen können soll, tragen den Krieg der Ringe, wie er im Buch beschrieben ist, bis in die entlegensten Winkel Mittelerdes. So werden die meisten Scharmützel in bekannten Regionen stattfinden und die Angriffe der üblen Schergen Saurons und Sarumans auf die Freien Völker nachempfinden. Das Auenland, Bree, die Wetterspitze – einfach leidet unter der Macht des dunklen Fürsten. Da man bekanntlich nicht einfach alte Gebiete umwälzen kann, da hierdurch das Spielerlebnis für Neu-MMOler gestört werden würde, geschieht das alles in instanzierten Gebieten.
Um an diesen teilnehmen zu können, muss man erst einmal die Einführung erfolgreich bestehen. In einem der Scharmützel-Lager, Sammelbecken fauler Händler und Ausbilder, außerhalb der großen Siedlungen Mittelerdes beginnt das Abenteuer: Schnell ein paar orkische Aufträge aus den toten Klauen der Erfahrungspunkte-gebenden Brut gestohlen und schon darf man loslegen. Direkt über das Menü erhält man nun Zugang zum Scharmützel-Menü, in dem man sich für eines der Szenarien entscheidet. Diese sind nicht alle von Anfang an betretbar, sondern manchmal Teil der Epischen Aufgabenreihe. Oder sie bedürfen bestimmter Stufenvoraussetzungen. Grundsätzlich gilt, dass man ab Stufe 30 die ersten Scharmützel betreten darf. Nach und nach schalten sich weitere Gebiete frei.
“Allein, zu dritt oder doch noch mehr?” – Von Soldaten, Scharmützelgrößen und der Schwierigkeit

Scharmützel-Auswahl samt Stufen, Schwierigkeitsgrad und Gruppengröße
Allein wird man niemals losziehen müssen. Der Soldat, den Ihr durch die Einführung freischaltet, wird Euch in jedem Scharmützel zu Seite stehen. Seine Rolle könnt Ihr im lagre bestimmen. So übernimmt er die Heilung, das Tanken oder Schadensfähigkeiten auf Knopfdruck. Dass Ihr ihn gar nicht richtig steuern könnt, ist dabei sehr angenehm. Schließlich soll der gute Knabe kein Haustier sein, dem man Befehle zubellt, sondern mit uns in den Krieg ziehen. So richtig dämlich verhalten sich die Herren und Damen dann glücklicherweise auch nicht und sind nach einige Zeit sogar richtig gute Ersatzmenschen, da man sie – ähnlich wie die eigenen Künste – über ihre Fertigkeiten immer weiter ausbauen kann. Ausrüstung legen die Prügelknaben allerdings nicht an, die gibt’s im Krieg wohl so dazu.
Da das Spielen allein – respektive zu zweit – gar nicht ganz so amüsant ist, darf man die Scharmützel in Ihrer Gefährtengröße von Einzelspieler über drei- und sechs-Spielergruppen bis auf 12-Mann-Schlachtzüge ausweiten. Hierbei müssen nicht alle Slots voll belegt werden. Ihr mögt es also schwerer? Dann bestreitet man einfach eine Sechser-Schlacht mit fünf Abenteurern. Zuspätkommende bestraft dabei noch nicht einmal das Leben, sondern portet diese einfach nach. Sehr komfortabel. Bei der Größenwahl gab es in der Beta nur zwei Scharmützel, die weder Einzelspieler beziehungsweise Schlachtzugsgröße zuließen.
Neben dieser behelfsmäßigen Einstellung gibt es aber auch noch die grundsätzliche Möglichkeit aus einem von drei Schwierigkeitsgraden zu wählen. Allerdings sollte man sich am Anfang mit den einfachen Scharmützeln begnügen, da der eigene Soldat noch recht schwach auf der Brust ist und weder über tolle Fähigkeiten, noch deren höhere Ausbaustufen verfügt.
Da HdRO wie so viele andere MMOs auch auf einem Stufenprinzip besteht, kann man auch noch die Grundstufe der Gegner in einem gewissen Bereich anpassen. Grundsätzlich gilt: höher geht fast immer. Dass dadurch ebenfalls der Schwierigkeitsgrad steigt, sollte klar sein. Somit ist dafür gesorgt, dass man jeden Tag aufs Neue entscheiden kann, ob man lieber was knackig Anspruchsvolles oder einen kleinen happen für Zwischendurch möchte.
“Wer bekommt die Hucke voll?” – Gegner und Arten der Scharmützel
Scharmützel selbst lassen sich in offensiv, defensiv und das Zwischending kategorisieren. Im offensiven Scharmützel könnt ihr selbstständig entscheiden, wann ihr vorrücken wollt und wo ihr den Angriff setzt. Im Gegensatz dazu eignet sich die defensive Variante nicht so sehr zum Verschnaufen, da hier immer wieder Wellen von Gegnern anrücken werden. Die garstigen Orkse meinen’s halt gar nicht nett mit uns.
Apropos nette Gestalten: Bosse, sogenannte Leutnants, sind dynamisch aus einem großen Gegner-Pool ausgewählt und werden zufällig in die Wellen beziehungsweise Scharmützel-Situationen eingefügt, sodass man niemals das gleiche Spiel zweimal spielt. Die Idee dahinter klingt ganz nett, soll sie doch für mehr Abwechslung sorgen, ist in der Praxis dann aber doch zu abwechslungsarm. Klar unterscheiden die typen sich in Aussehen und Form, aber mehr als draufhau’n kann man bei den meisten ohnehin nicht machen. Vor allem wenn man in keiner größeren Gruppe unterwegs ist, wirken die Fähigkeiten eines einzelnen Charakters doch arg beschränkt.
“Dat glitzer, her damit!” – Beute und Scharmützel-Belohnungen

Tägliche Aufgaben und optionale Ziele sorgen für mehr Abwechslung
Einfaches Fußvolk wird Euch nicht einmal mit Gold belohnen, da es doch durchaus nervig ist, wenn man ständig looten müsste. Diesen Schritt kann ich vol und ganz nachvollziehen. Die Leutnants hingegen beschenken einen dann doch mit Glitziglitzi. Denn Scharmützel-Zeichen gilt es zu erlangen. Für alle optionalen und regulären Widersacher erhält man diese neue Währung. Übrigens beeinflusst die Gruppengröße, der Schwierigkeitsgrad und die eingestellte Stufe die Anzahl der erworbenen Marken. Also gibt es neben dem eigenen Ehrgeiz noch einen Grund mehr, die hohen Stufen auszutesten.
Die Zeichen selbst tauscht man dann im Scharmützel-Lager gegen allerhand Krimskrams: Waffen, Rüstungen, Handwerkswaren, legendäre Gegenstände und Zierwerk sind nur einige der Belohnungen. Insgesamt besteht das ganze Lager fast ausschließlich aus Händlern, die ganz scharf auf diese Marken sind. Aber auch Euren Soldaten stattet Ihr mit neuen oder verbesserten Fähigkeiten aus, die Ihr über die Zeichen kaufen könnt. Somit ist für Individualität gesorgt. Sich selbst wird man übrigens keine neuen Fertigkeiten spendieren können.
Außerdem sind die einzelnen Scharmützel in bestimmte Themen-Gebiete zusammengefasst, die spezielle Kampagnen-Zeichen bringen. Diese sind für bestimmten Ausrüstungen Grundvoraussetzung und können notfalls in einfache Scharmützel-Zeichen eingetauscht werden, falls einem diese einmal ausgehen sollte.
Weitere spezielle Zeichen aus besonderen Herausforderungen sollen dafür sorgen, dass sehr gute Ausrüstung nur erworben werden kann, wenn man zusätzlich zu Scharmützel-Zeichen noch einen kleinen Satz dieser speziellen Zeichen bieten kann.
“Nochmal! Aua! Wie oft denn noch?” – Wiederholbare Aufgaben, böse Niederlagen und Statistiken
Tägliche Aufgaben sollen dafür sorgen, dass man stets etwas Abwechslung genießt, da diese zusätzliche Belohnungen springen lassen. Wer hingegen eher sein Lieblings-Scharmützel rauf und runter spielt, kann dies gerne tun. Eine richtige Beschränkung hierfür gibt es nicht. Lediglich die Instanzanzahl ist auf maximal fünf pro Stunde festgelegt. Aber eigentlich sind alle Scharmützel so nett gestaltet, dass man sie sich immer wieder ansehen kann. Ehrlich.
Sollte es einem mal dahinraffen, da man einen zu hohen Schwierigkeitsgrad gewählt hat oder einfach nicht spielen kann, dann wird man innerhalb der Scharmützel nicht mit lästigen Furcht-Strafen genervt, da das einfach entgegen dem schnellen Spielgefühl, das die Mini-Instanzen vermitteln sollen, stehen würde.
Damit man stets weiß, wie oft man schon einem Leutnant den Schädel eingeschlagen hat oder wie viele Abenteuer man im Auenland schon gemeistert hat, wird es eine nette Statistikfunktion geben, die eben darüber Aufschluss gibt. Unter anderem klärt diese folgende Fragen:
- Wie viele Leutnants tötet man durchschnittlich im Gondamon-Scharmützel?
- Erhält man beim Bree-Scharmützel solo oder als Teil eines Schlachtzugs mehr Scharmützel-Zeichen pro Stunde?
- Wie viele Soldaten hat man bei allen Scharmützeln verloren?
- Für welches Scharmützel benötigt man die längste Zeit?
- Und vieles, vieles mehr …
Auf jeden Fall wird das in der Anfangszeit eine nette Abwechslung bieten. Zudem ist das System sehr einfach erweiterbar, was auf mehr Scharmützel in der Zukunft hoffen lässt. Außerdem bietet der Soldat eine nette Skillungsvariante, die das Ausbleiben eigener neuer Fertigkeiten zum Teil kompensieren kann. Ich bin begeistert und zähle die Tage bis zum Dezember. Vielleicht stehen ja noch ein paar mehr offizielle HdRO-Entwicklertagebücher ins Haus. Und danke.
| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von Benny am 25. November 2009 um 20:27 veröffentlicht und unter HdRO, MMORPG abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |
