Einsamen Lande PreviewDas HdRO-Entwicklertagebuch zur Überarbeitung von klassischen Gebieten beschäftigt sich dieses Mal mit den Einsamen Landen. Dass bei der Neugestaltung wieder verstärkt auf die Solofreundlichkeit eingegangen werden soll, versteht sich von selbst.

Content-Designer Allan ‘Orion’ Maki gibt einen kleinen Ausblick auf die mit der Belagerung des Düsterwalds neu gestalteten Einsamen Landen. Dabei soll den Entwicklern vor allem die Fortführung der Epischen Geschichte am Herzen gelegen haben. Diese machte ihrer Meinung nach bisher einen zu großen Sprung vom “Tänzelnden Pony” bis in die Einsamen Lande. Zukünftig wird man also in kleinen Zwischenschritten über das Lager an der Wetterspitze geführt werden, bevor sich Buch 2 des Band I auftut. Grundsätzlich kann man gegen eine Verbesserung des teils zähen Anfangs-Inhalts in HdRO wohl nichts haben.

Dass dabei auch gleich wieder die Solofreundlichkeit der Aufgaben verbessert wird, stößt mir persönlich immer negativ auf. Man wird nun wohl bei entscheidenden Aufgaben in den Landen zwischen Einzelspielererfahrung und normaler Gruppenaufgabe wählen können. Dabei geht mir einfach zu sehr der Gedanke des Gruppenspiels verloren, der gerade neue Spieler in die Welt und vor allem Interaktionsmöglichkeiten einer Gefährtengruppe einführen sollte. Da allerdings alle neuen MMO-Generation diesen Weg beschreiten und ein Star Wars: TOR laut Ankündigungen mehr ein Einzelspielerspiel mit riesiger Lobby wird, kann man wohl davon ausgehen, dass das der favorisierte MMO-Trend sein wird. Das ist eigentlich ziemlich Schade um das altehrwürdige Spielprinzip, dass doch für so viel mehr Spielspaß stand, wenn man seine Erfahrungen teilen konnte.

Darüber hinaus werden die Eglain eine Ruffraktion, die für jede erfolgreich absolvierte Aufgabe in ihrem Namen dem Charakter etwas mehr Vertrauen schenken werden. Im Austausch gegen Bares wird man also wieder ein paar bunte Gegenstände erstehen können. Spieler, die sich bereits durch das Gebiet geprügelt haben, werden automatischen den Rufrang zugesprochen bekommen, den sie sich damit verdient hätten. Merkwürdig erscheint der Hinweis, dass es “Teil der Anforderungen für das Voranschreiten in der epischen Geschichte ist” im Ansehen der Eglain zu steigen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man einen kleinen Spielfluss-Blocker in die niedrigstufige 30er-Geschichte einbauen wird. Wozu also diese Voraussetzung?

Desweiteren werden die größeren Gruppengebiete wie Agamaur sowie die Verstecke der Bilwisse beziehungsweise Spinnen der Region ebenfalls abgeschwächt und können fortan alleine bestritten werden. Damit die Laufwege etwas kürzer Ausfallen, wurden zusätzlich NPCs versetzt. Den Schritt des flüssigeren Fortschritts kann ich nur gut heißen, wenn es um die sinnvollere Platzierung von Auftragsgebern geht, da sehr viele NPCs versteckt im tiefen Walde ganz still und stumm herumstehen und einen quer über das Land jagen. Außerdem hat sich die Trollsippe wohl zu etwas mehr Kooperation hinreißen lassen und wird nun mehr Arbeit zu vergeben haben.

Damit die Instanzsuche um Garth Agarwen den Spielern nicht mehr zu viel Zeit rauben wird, kann man zumindest deren Hügelgräber und damit den Anfang der Instanz in kleinen Gefährtengruppen bestreiten. Für Die Blutrote Maid darfst dann doch mal wieder was größeres sein. Dabei wurden die Gebiete zu umstrukturiert, dass man grundsätzlich schneller vorankommen soll. Löblich für HdRO-Spieler, die sich mit der Gruppensuche über Tage quälen mussten. Laut meiner Erfahrung war es für gewillte Spieler allerdings auch bisher kein Problem sich mit einem Haufen kampflustiger Typen zusammenzuschließen und nach Garth Agarwen einzufallen. Der nächste Schritt zum modernen MMO-Erlebnis ist also getan und versetzt den wenigen, alten gruppenorientierten Inhalten einen weiteren Todesstoß. Ein Hoch auf die “Ich will alles für mich, ohne mich auf andere einstellen zu müssen”-Mentalität. Und Danke.